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Wien, 27.04.2018 – Aggression und Gewalt zählen laut Untersuchungen mittlerweile zum Berufsalltag vieler Mitarbeiter in allen Berufsgruppen des Gesundheitswesens. Gemeinsam mit dem Institut für Ethik und Recht in der Medizin organisierte die Österreichische Plattform Patientensicherheit gestern, am 26.04.2018, im Rahmen der Veranstaltungsreihe Vienna Medical Encounters eine Tagung zum Thema „Gewaltfreies Arbeiten im Gesundheitswesen“. Im Zuge dessen wurde auch unter dem Titel „Sieben Tipps für mehr Sicherheit von MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen“ eine Handlungsempfehlung zum Thema ausgearbeitet und präsentiert.

„Aggression und Gewalt im Gesundheitswesen werden oftmals als Berufsrisiko hingenommen. Die angespannte Situation in den Gesundheitseinrichtungen, vor allem der Zeitdruck sowie die hohe Arbeitsdichte, bieten zusätzlich Nährboden für ein angespanntes Klima“, fasst Brigitte Ettl, ärztliche Direktorin im Krankenhaus Hietzing und Präsidentin der Österreichischen Plattform Patientensicherheit, die aktuelle Lage zusammen.

„Man muss nur einen Blick in die Tageszeitung werfen: Regelmäßig wird die gestiegene Gewaltbereitschaft in österreichischen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen thematisiert“, so Maria Kletecka-Pulker, stellvertretende Leiterin des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin und Geschäftsführerin der Österreichischen Plattform Patientensicherheit. Diese Situation bestätigen auch aktuelle Statistiken der AUVA: Demnach sind neben Polizisten Angehörige von Gesundheitsberufen – allen voran Pflegehelfer – diejenigen, die beruflich am meisten von Gewalt betroffen sind. Aus diesem Grund widmen sich Gesundheitseinrichtungen zunehmend diesem Thema. Aktuell wurde im AKH Wien und an der MUW Wien eine umfassende Befragung zum Thema Aggressionsereignisse durchgeführt. Der hohe Rücklauf zeigt die Brisanz des Themas.

„Ein häufiger Grund für die wachsende Aggression sind Sprachbarrieren. Können sich Patienten und deren Angehörigen nicht verständigen, führt dies oft zu einem Gefühl der Ohnmacht und Angst“, so Kletecka-Pulker. Hier brauche es professionelle Lösungsstrategien, wie zum Beispiel den Einsatz von Videodolmetschen.

Patientensicherheit = Mitarbeitersicherheit

Gewalt und aggressives Verhalten müssen von der Institution wahrgenommen werden und dürfen nicht tabuisiert werden. Dazu Kletecka-Pulker: „Gewaltprävention ist eine Führungsaufgabe – Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen entsprechend sensibilisiert werden. Jeder, der aggressives Verhalten ignoriert, toleriert es damit. Es bedarf einer Null-Toleranz-Strategie, die auch gelebt werden muss und zum Beispiel in der Hausordnung aufgenommen werden kann.“ Gewaltprävention umfasse viele Maßnahmen wie die Risikoeinschätzung, etwaige Notrufsysteme, unter Umständen Videoüberwachung in Notfallabteilungen, Sicherheitsdienste, Meldesysteme, die Schaffung einer geeigneten Atmosphäre im Warteraum, Einführung standardisierter Dokumentation sowie die Aufarbeitung von Vorfällen. Entscheidend sei vor allem ein regelmäßiges Sicherheitsverhaltenstraining der Mitarbeiter, in dem entsprechende Deeskalationsmethoden, aber auch Selbstverteidigungstools geschult werden.

Über die Vienna Medical Encounters:

Die Vienna Medical Encounters sind eine vom Institut für Ethik und Recht in der Medizin, der Plattform Patientensicherheit und der Medizinischen Universität Wien ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe, welche sich diversen Themengebieten aus dem Gesundheitsbereich widmet.

Über die Plattform:

Die Österreichische Plattform Patientensicherheit ist ein unabhängiges, nationales Netzwerk. Diesem gehören die wesentlichen Einrichtungen und ExpertInnen des österreichischen Gesundheitswesens an, die sich mit PatientInnen- und MitarbeiterInnen-Sicherheit beschäftigen. Im Zentrum der Arbeit steht die Förderung der PatientInnen- und MitarbeiterInnen-Sicherheit durch Forschung, Koordination von Projekten, Vernetzung und Information.

www.plattformpatientensicherheit.at »
www.twitter.com/pps_patienten »

Rückfragen:

Mag. Bosko Skoko
bosko.skoko@kommunikationsmacherei.at
Tel: 0699/1 405 78 49

Wien, 23.03.2018 – „Der Megatrend Digitalisierung hat das Gesundheitswesen komplett erfasst und ist auch im Bereich der Patientensicherheit nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Deshalb steht das Jahr 2018 für uns ganz im Zeichen der Digitalisierung. Wir möchten aufzeigen, wie digitale Technologien und die Vernetzung digitaler Daten die Patienten- und Mitarbeitersicherheit verbessern kann“, erklärt Brigitte Ettl, ärztliche Direktorin im Krankenhaus Hietzing und Präsidentin der Österreichischen Plattform Patientensicherheit. Ziel sei es, Leuchtturmprojekten der Patientensicherheit eine Bühne zu bieten sowie rechtliche, ethische und soziale Aspekte zu diskutieren.

Die Schnittstellen von Digitalisierung und Patientensicherheit sind vielfältig. Dazu Maria Kletecka-Pulker, stellvertretende Leiterin des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin und Geschäftsführerin der Österreichischen Plattform Patientensicherheit: „Roboter und roboterassistierte Systeme, Telemedizin sowie E-Health sind längst keine ferne Zukunftsmusik mehr, sondern Alltag in der Patientensicherheit. Das bringt viele Chancen, aber auch neue Fragestellungen – zum Beispiel im Hinblick auf IT- und Datensicherheit – mit sich. Neben der Diskussion dieser Aspekte stehen für uns Best Practises im Vordergrund, die zeigen, wie Digitalisierung Patientensicherheit stärken kann.“

Zwtl.: 4. Tag der Patientensicherheit zum Thema Digitalisierung

Der 4. Tag der Patientensicherheit, der auch heuer am 17. September stattfindet und mit einer Aktionswoche begleitet wird, hat deshalb „Digitalisierung und Patientensicherheit“ im Fokus. Alle Gesundheitseinrichtungen – von Krankenhäusern über Pflegeheime, Apotheken, Ambulatorien, Rehabilitationszentren bis hin zu Arztpraxen – sind eingeladen, an der Aktion teilzunehmen und können sich zum Beispiel mit Tagen der offenen Tür, Podiumsdiskussionen oder Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen beteiligen. Auch die interaktive Landkarte auf der Website www.tagderpatientensicherheit.at » wird erneut als Plattform zur Bewerbung der Aktionen zur Verfügung stehen. Die Initiative ist wieder international aufgesetzt und eng mit den Partnerorganisationen aus Deutschland und der Schweiz abgestimmt.

Darüber hinaus erstellt eine eigene Arbeitsgruppe der Plattform Handlungsempfehlungen zum Thema. Für den 21.11.2018 ist eine Expertentagung in Vorbereitung, bei der Projekte und Strategien zum Spannungsfeld Digitalisierung und Patientensicherheit präsentiert werden sollen.

Über die Plattform:

Die Österreichische Plattform Patientensicherheit ist ein unabhängiges, nationales Netzwerk. Diesem gehören die wesentlichen Einrichtungen und ExpertInnen des österreichischen Gesundheitswesens an, die sich mit PatientInnen- und MitarbeiterInnen-Sicherheit beschäftigen. Im Zentrum der Arbeit steht die Förderung der PatientInnen- und MitarbeiterInnen-Sicherheit durch Forschung, Koordination von Projekten, Vernetzung und Information.

www.plattformpatientensicherheit.at »
www.twitter.com/pps_patienten »

Rückfragen:

Mag. Bosko Skoko
bosko.skoko@kommunikationsmacherei.at
Tel: 0699/1 405 78 49