APSA 2021 | Gewinner

OÖ Wien STMK T S OÖ Wien NÖ STMK T S
Oberösterreich

Gewinner Kategorie „Digitalisierung“
Kepler Universitätsklinikum

Mag. Nina Füreder

Order Sets – Patientensicherheit durch Digitalisierung

Gewinner Kategorie „Digitalisierung“
Kepler Universitätsklinikum

Mag. Nina Füreder

Michael Niszl; Mag. Nina Füreder; Dietmar Maierhofer

Order Sets – Patientensicherheit durch Digitalisierung

Die Digitalisierung bringt Veränderung, sie bietet aber auch enorme Chancen, durch neue Technologien das Effizienzpotential bei mindestens gleichbleibender, häufig aber sogar höherer Qualität zu erschließen. Der erste Schritt auf dem Weg in die Digitalisierung ist die Optimierung der Prozesse.

Null-Fehler Qualität als wichtiger Antreiber folgt dem Prinzip „First time right“. Mit anderen Worten: Jede Durchführung von Prozessaktivitäten, die eine Null-Fehler-Qualität verfolgt und möglichst nah erreicht wird, führt zu weniger Behandlungsfehler sowie zu deutlich weniger Aufwand der Fehlerbeseitigung.

Mit Hilfe von Order Sets werden Aufnahmeprozesse unterstützt. Routineprozesse bzw. Behandlungspfade können soweit technisch bereitgestellt werden, dass dem medizinischen Personal eine enorme Unterstützung und Erleichterung in ihrem Arbeitsalltag zu Gute kommt. Zudem wird Medizinisches Wissen und neueste Forschungserkenntnisse so bereitgestellt, dass sie direkt in die Behandlungspraxis der Patienten miteinfließen. Order Sets machen entscheidungsrelevante Informationen an den richtigen Stellen explizit und helfen Ärzten so informiert wie möglich zu entscheiden.

Das Pilotprojekt für elektronische Anordnungssets am Kepler Universitätsklinikum (KUK) hat nachweislich bewiesen, dass vorgefertigte Auswahllisten den Prozess des elektronischen Anordnens beschleunigen, die Patienten/Mitarbeiter-Sicherheit erhöhen und evidenzbasierte Medizin im hektischen Berufsalltag unterstützten können.

Gewinner Kategorie „Medikationssicherheit“
Konventhospital der Barmherzigen Brüder Linz

Theodora Steindl‐Schönhuber

Multi Dose Versorgung

Gewinner Kategorie „Medikationssicherheit“
Konventhospital der Barmherzigen Brüder Linz

Theodora Steindl‐Schönhuber

Dr. Theodora Steindl-Schönhuber, aHPh; Mag. Gunda Gittler; Anna Fassl, MA

Multi Dose Versorgung

Im Konventhospital der Barmherzigen Brüder Linz wurde die Medikamentenversorgung - erstmals im österreichischen Krankenhauswesen - von manuellem Dispensieren durch Pflegekräfte auf Unit Dose Verblisterung durch die Apotheke umgestellt. Ausgangspunkt war die hohe Arbeitsbelastung der PflegemitarbeiterInnen durch Covid-19 im Herbst 2020. Durch die Herstellgenehmigung der Apotheke und die seit Jahren implementierte, elektronische Fieberkurve konnte rasch die Versorgung mit neuverblisterten Arzneimitteln übernommen werden.

Gezeigte Vorteile:

  • erhöhte PatientInnensicherheit durch die extrem geringe Rate an Blisterfehlbefüllungen
  • für PatientInnen und Pflege eindeutig erkenn- und identifizierbare Arzneimittel in klar beschrifteten Blistern
  • Qualitätsgewinn durch pharmazeutische Kontrolle der Medikationspläne
  • feste orale Arzneiformen können fast gänzlich neuverblistert werden
  • Entlastung des Stationspersonals durch deutliche Zeitersparnis im Vergleich zu manuellem Dispensieren
  • freiwerdende Pflegekapazitäten für Tätigkeiten an PatientInnen
  • sehr gute Beurteilung bei der Zufriedenheitsanalyse des Personals
  • wesentliche Reduktion der Arzneimittelvorräte auf Station
  • Aufteilung von teuren Sonderanforderungspräparat

Aufgrund dieser positiven Erfahrungen und der hervorragenden interdisziplinären Zusammenarbeit wurde das Projekt weitergeführt und die Unit Dose Versorgung auf alle Betten-führenden Stationen ausgedehnt mit dem Ziel die PatientInnenversorgung weiter zu optimieren.

Salzburg

Gewinner Kategorie „Ausbildung & Training“
CRCS / Medizinisches Simulationszentrum Salzburg

PD Dr. Florian B. Lagler

STICS – Sicher vor Infektion und Traumatisierung durch COVID-Simulation

Gewinner Kategorie „Ausbildung & Training“
CRCS / Medizinisches Simulationszentrum Salzburg

PD Dr. Florian B. Lagler

Dr. Astrid Steinwendtner-Kolator; Anna Fassl, MA; PD Dr. Florian Lagler

STICS – Sicher vor Infektion und Traumatisierung durch COVID-Simulation

Die STICS-Intervention wurde vor Verfügbarkeit vor COVID-Impfungen und in Erwartung der zweiten Pandemie-Welle initiiert und sollte folgende Risiken adressieren:

  • Risiko für COVID-Infektion des Personals z.B. durch Schwierigkeiten im Einhalten der Hygiene-Standards in Situationen mit höchsten Anforderungen ans Team
  • Risiko für Traumatisierung des Personals, z.B. durch personelle Engpässe, Überforderung, vermeidbare Fehler etc.,
  • Risiken für Patient*innen, welche sich in der Folge der o.g. Risiken oder aus anderen Aspekten der Pandemie ergeben.

Dafür wurde in innovativer Weise Methoden und Expert*innen aus dem Qualitäts- und Risikomanagement und der medizinischen Simulation in eine Kooperation eingebracht. Darüber hinaus wurden weitere Expert*innen aus der klinischen Hygiene, klinischen Psychologie etc. zu in einer interdisziplinären, interprofessionellen Faculty zusammengeführt. So gelang es auf der Basis der wichtigsten Erkenntnisse aus der ersten COVID-Welle, die unter anderem aus CIRS-Meldungen und Sicherheitsaudits stammten, klinische Simulationsszenarien zu erstellen. In Live-Online Simulationen konnten damit in 2 Monaten 104 Pflegende und Ärzt*innen trainiert werden. Neben einer signifikanten Verbesserung der subjektiven Kompetenz (Selbstevaluation) der Teilnehmer*innen ergab sich eine nachhaltige Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Qualitäts- und Risikomanagement und den Simulationsteams des Medizinischen Simulationszentrums.

Gewinner Kategorie „Organisationsentwicklung“
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Salzburg

Florian Krüttner, MSc IPM, DGKP

Neue perioperative Prozesse

Gewinner Kategorie „Organisationsentwicklung“
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Salzburg

Florian Krüttner, MSc IPM, DGKP

Florian Krüttner, MSc IPM, DGKP; Margareta Bruckner, MBA MSc DGKP; Dr. Maria Kletečka-Pulker

Neue perioperative Prozesse

Bis zum 2. Juni 2019 fand im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Salzburg durch jeden Fachbereich eine dislozierte eigenständige Aufnahmeplanung statt. Eine fachübergreifende Belegungsplanung, Patientenkoordination und Auslastungsoptimierung waren damit nicht gegeben. Durch diesen Umstand wurden Mitarbeiter insbesondere der Pflege und Medizin mit organisatorischen und koordinierenden Aufgaben belastet, welche erhebliche zeitliche Ressourcen erfordert haben. Mit dem Programm „Patientenorientiertes zentrales Aufnahmemanagement“ und den darin enthaltenen Projekten „Implementierung eines zentralen Belegungsmanagements“, „Implementierung einer Aufnahme- und Versorgungseinheit“ und einer „Zentralen Patientenaufnahme“ wurde das Ziel verfolgt, neben einer deutlich verbesserten Patienten- und Serviceorientierung eine fächerübergreifende optimierte Ressourcennutzung unter Berücksichtigung der Erfordernisse der jeweiligen Fachdisziplin zu gewährleisten. Ein weiteres Ziel war, durch klare, schlanke Prozesse den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, sich vermehrt auf ihre jeweiligen Kernkompetenzen konzentrieren zu können. Zusätzlich wurde mit standardisierten präoperativen ambulanten Vorbereitungsprozessen das Ziel einer besseren Planungssicherheit für Patienten verfolgt. Mit 03.11.2020 konnte das Programm vollständig umgesetzt werden. Aus Aktualitätsgründen ist zu bemerken, dass sich gerade in Krisenzeiten der SARS-COV-2-Pandemie das zentrale Belegungsmanagement sehr bewährt hat.

Steiermark

Gewinner Kategorie „Ausbildung & Training“
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Graz

Dr. Armin Gradwohl

Berufsgruppenübergreifende Notfalltrainings und medizinische Simulation

Gewinner Kategorie „Ausbildung & Training“
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Graz

Dr. Armin Gradwohl

Dr. Armin Gradwohl; Anna Fassl, MA

Berufsgruppenübergreifende Notfalltrainings und medizinische Simulation

Das Ziel unserer berufsgruppenübergreifenden Notfalltrainings ist einerseits, die Handlungssicherheit der agierenden Personen in Notfallsituationen zu erhöhen und andererseits, das Equipment und die Arbeitsumgebung möglichst funktionell und sicher zu gestalten. Daraus ergibt sich letztendlich eine signifikante Erhöhung der Patientensicherheit.

In regelmäßig stattfindenden Simulationstrainings werden unter Zuhilfenahme unseres Videodebriefingsystems Verbesserungsstrategien im fachlichen aber auch im kommunikativen Bereich erarbeitet.

Gerade in der Kommunikation zwischen unterschiedlichen Berufsgruppen eines Krankenhauses liegt ein sehr großes Fehlervermeidungspotential.

Gewinner Kategorie „Patient Empowerment“
LKH-Univ. Klinikum Graz

Mag. Dr. Magdalena Hoffmann, MBA, MSc

GO-SAFE: Sichere Entlassung aus dem Krankenhaus

Gewinner Kategorie „Patient Empowerment“
LKH-Univ. Klinikum Graz

Mag. Dr. Magdalena Hoffmann, MBA, MSc

Dr. Christine Schwarz, BSc MSc; Mag. Dr. Magdalena Hoffmann, MSc, MBA

GO-SAFE: Sichere Entlassung aus dem Krankenhaus

Entlassungen aus dem Krankenhaus können für Patient*innen ein Sicherheitsrisiko sein. Es kommt zu einer Versorgungsunterbrechung und medizinische Informationen können verlorengehen. Mangelhaftes Informationsmanagement kann zu Informationsdefiziten, Rückfragen, Fehlinformationen, Schaden an der Gesundheit und zu Wiedereinweisungen führen.

Der ärztliche Entlassungsbrief ist dabei ein wichtiges Dokument zum sicheren Transport von komplexen medizinischen Informationen. Er soll im Rahmen des Entlassungsgespräches mit u.a. evidenzbasierten Gesundheitsinformationen (z.B. Merkblätter) übergeben werden.

Die Herausforderung ist, dass derzeit die Entlassungsinformationen (Entlassungsbrief, Gesundheitsinformationen) keinen einheitlichen Strukturen und internationalen Qualitätskriterien folgen. Gesetzliche Vorgaben zur Digitalisierung und Vereinheitlichung sind vage bzw. lückenhaft umgesetzt.

Der ärztliche Entlassungsbrief wird oft nicht oder verspätet übermittelt, die Inhalte sind nicht patient*innen-zentriert gestaltet und in der Ausbildung fehlt strukturiertes Training.

In diesem Organisationsentwicklungsprojekt wurde mit Patient*innen und anderen wichtigen Stakeholdern wie Pflegepersonen und medizinisch-technischen Diensten, nachhaltige Qualitätssicherungsmaßnahmen und zukunftsweisende Empfehlungen zur Verbesserung der Entlassungsinformationen etabliert und überprüft.

Tirol

Gewinner Kategorie „Rettungswesen“
Österreichisches Rotes Kreuz Tirol

Armin Laiminger / David Holzer

Sichere Handhabung von Fahrtrage und Tragestuhl

Gewinner Kategorie „Rettungswesen“
Österreichisches Rotes Kreuz Tirol

Armin Laiminger / David Holzer

Armin Laiminger; David Holzer; Dr. Brigitte Ettl

Sichere Handhabung von Fahrtrage und Tragestuhl

Vom Rettungsdienst Tirol (Österreichisches Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter Unfallhilfe, Malteser Hospitaldienst und Österreichischer Rettungsdienst) werden jährlich ca. 310.000 Patienten/-innen betreut. Ein Großteil der Personen ist nicht selbstständig mobil, also auf Transportunterstützung mittels Tragstuhl oder Fahrtrage angewiesen. Im Umgang mit diesen Transporthilfen passieren dem Sanitätspersonal Handhabungsfehler, welche zu Verletzungen von Patienten führen. Nach ausführlicher Analyse von gemeldeten Zwischenfällen (tatsächliche Schäden und CIRS-Einträgen) wurde die Initiative „Sichere Handhabung von Fahrtrage und Tragestuhl“ zur langfristigen Minimierung von Verletzungsrisiken ausgearbeitet und umgesetzt. Standbein der Initiative war ein in Tirol erstmalig verpflichtendes Fortbildungskonzept für alle Sanitäter/innen. Zudem wurden Ausbildungskonzepte angepasst und durch Aufstockung der finanziellen Mittel zusätzliche Übungsgeräte beschafft. Zur langfristigen Sicherstellung des Projektes wurden Arbeitszeitressourcen geschaffen, welche überwiegend im Monitoring, der Fallbearbeitung und in der fortlaufenden Themensensibilisierung eingesetzt werden. Nach einer nunmehr mittlerweile fast vierjährigen Projektdauer kann der langfristige Erfolg sehr eindrücklich mit -77% Prozent an Patientenverletzungen belegt werden. Es handelt sich um ein laufendes Projekt, es werden also weiterhin unterschiedliche Methoden zur Verbesserung der Handlungssicherheit umgesetzt.

Wien

Gewinner Kategorie „Rettungswesen“
Christophorus Flugrettungsverein

Prof. Dr. Wolfgang Voelckel, M.Sc.

COVID-19 Management in der ÖAMTC Flugrettung

Gewinner Kategorie „Rettungswesen“
Christophorus Flugrettungsverein

Prof. Dr. Wolfgang Voelckel, M.Sc.

Dr. Klaus Herbich; Dr. Brigitte Ettl

COVID-19 Management in der ÖAMTC Flugrettung

Die Covid-19 Pandemie hat die Flugrettung vor große Herausforderungen gestellt. Innerhalb kürzester Zeit mussten Verfahren zum sicheren Umgang mit Patienten entwickelt werden und rund 500 Einsatzkräfte in ganz Österreich fortlaufend geschult bzw. über neue Entwicklungen informiert werden. Obwohl die OEAMTC Flugrettung auch in Quarantänegebieten zur notfallmedizinischen Erstversorgung von kritischen Patienten eingesetzt wurde, gelang es durchgängig einsatzbereit zu bleiben und die Zahl der Quarantäneabsonderungen sehr gering zu halten. Ebenso konnten durch die Einführung der täglichen Antigentestung der Einsatzteams Clusterbildungen innerhalb der Organisation vermieden werden.

Möglich wurde dies durch:

  1. ein bereits vor der Pandemie differenziert ausgearbeitetes Hygienekonzept;
  2. eine etablierte E-Learning Plattform zur unmittelbaren Informationsvermittlung;
  3. die Einrichtung je einer 24/7 Hotline für medizinische Fachfragen bzw. Flugbetriebliche Entscheidungen;
  4. ein agiles Beschaffungswesen, das es ermöglichte als erste Rettungsorganisation ein tägliche Antigentestungen der Einsatzmannschaften zu etablieren;
  5. eine Mitwirkung im Bundeskrisenstab als kritische Infrastruktur.

Seit Beginn der Pandemie hat die OEATMC Flugrettung mehrere hundert Covid-19 Patienten versorgt und / oder transportiert.

Somit konnte ein wesentlicher Beitrag zur Auflösung von Intensivbehandlungsengpässe geleistet werden.

Gewinner Kategorie „Organisationsentwicklung“
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien

Bettina Koch, MBA, CHRM

EOC Environment of Care Safety Rounds

Gewinner Kategorie „Organisationsentwicklung“
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien

Bettina Koch, MBA, CHRM

Bettina Koch, MBA, CHRM; Dr. Maria Kletečka-Pulker

EOC Environment of Care Safety Rounds

EOC Environment of Care Safety Rounds = Umgebungssicherheitsrunden finden seit 2018 im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien statt. Einmal im Quartal werden mit einer interdisziplinären Gruppe (Risiko- und Qualitätsmanagement, Pflege, Haustechnik, Hygiene, IT, Hausreinigung) alle Stationen und Ambulanzen abgegangen und auf Einhaltung selbst auferlegter Standards begutachtet. Ziel ist die Verbesserung der Arbeitsabläufe, der PatientInnensicherheit und der MitarbeiterInnensicherheit.

Zentrales Werkzeug ist die Checkliste der Umgebungssicherheitsrunden. Diese umfasst: Sicherheit der PatientInnen und MitarbeiterInnen, Notfallmanagement, Feuersicherheit, die Lagerung, Kennzeichnung und Kontrolle von medizinischem Equipment und bauliche/funktionelle Aspekte.

Die Checkliste wird auch wöchentlich auf der jeweiligen Station/Ambulanz bzw. in den OPs kontrolliert.

Mit dem Projekt wurde ein standardisierter Prozess zur sichereren Gestaltung des „Environment of Care“, angelehnt an Zertifizierungsverfahren durch die Joint Commission in den USA, geschaffen.

Durch diese Initiative ist es gelungen Mängel sukzessive zu reduzieren und ein einheitliches und übersichtliches Tool zu entwickeln, mit dem wichtige Notfallszenarien laufend wiederholt und wesentliche Sicherheitsaspekte kontinuierlich und standardisiert kontrolliert werden können.

Im Jahr 2020 wurde das Projekt bereits im Rahmen der „Best Practice“ – Initiative der KTQ-GmbH ausgezeichnet.

Gewinner Kategorie „Mitarbeitersicherheit“
Wiener Gesundheitsverbund – Klinik Hietzing

Miriam Ablöscher, MA

Kollegiale Hilfe (KoHi) – Psychische Erste Hilfe durch KollegInnen

Gewinner Kategorie „Mitarbeitersicherheit“
Wiener Gesundheitsverbund – Klinik Hietzing

Miriam Ablöscher, MA

Dr. Angelika Flynn, MSc; Miriam Ablöscher, MA; Dr. Wolfgang Huf, B.Sc. M.Sc. M.Sc.; Mag. Elisabeth Potzmann

Kollegiale Hilfe (KoHi) – Psychische Erste Hilfe durch KollegInnen

Als Second Victim Phänomen bezeichnet man die Problematik, dass Spitalspersonal durch die Beteiligung an einem medizinischen Zwischenfall selbst traumatisiert und so zum „zweiten Opfer“ des Ereignisses werden kann. Behandlungsfehler, unerwartete Todesfälle und andere überraschende, kritische Ereignisse im Klinikalltag können für alle involvierten MitarbeiterInnen traumatisierend sein und schwere psychische Probleme, bis hin zum Suizid, auslösen. Deshalb ist es überaus wichtig, betroffenen MitarbeiterInnen rasche, niederschwellige und abgestufte psychosoziale Unterstützung zukommen zu lassen.

Um das Personal nach traumatischen Ereignissen zu unterstützen, wird an der Klinik Hietzing mit dem Projekt „Kollegiale Hilfe (KoHi)“ ein flächendeckendes Netz an Psychischen ErsthelferInnen aufgebaut. Seit Mai 2019 wurden bereits über 100 MitarbeiterInnen zu Kollegialen HelferInnen („KoHi") geschult und es konnten seither 20 hilfreiche KoHi-Einsätze verzeichnet werden. Die Kollegiale Hilfe bietet rasche, niederschwellige und vertrauliche Unterstützung nach kritischen Ereignissen. Sie stellt damit eine sinnvolle Ergänzung zu professioneller Krisenintervention vor Ort dar.

In vielen Blaulichtorganisationen sind bereits ähnliche kollegiale Hilfsprogramme etabliert. In deutschsprachigen Krankenhäusern waren diese bislang jedoch kaum vorhanden. Daher gilt das Projekt KoHi als innovatives Pilotmodell im gesamten deutschsprachigen Raum.